Der Hintergrund: Wenn die Glocken schweigen
Nach der katholischen Tradition fliegen die Kirchenglocken nach dem Gloria der Messe am Gründonnerstag nach Rom, um dort gesegnet zu werden. Bis zur Osternacht bleiben sie stumm – aus Trauer über das Leiden und Sterben Jesu.
Da die Glocken nun nicht mehr zum Gebet oder zum Gottesdienst rufen können, übernehmen Kinder und Jugendliche diese Aufgabe mit lautem Getöse.
Die Instrumente
Anstelle von Glockengeläut kommen hölzerne Lärminstrumente zum Einsatz:
- Klappern: Zwei Holzklötzchen, die gegen ein drittes geschlagen werden.
- Ratschen: Ein hölzernes Zahnrad, über das eine elastische Feder aus Holz gleitet und ein knatterndes Geräusch erzeugt.
- Schubkarrenratschen: Große fahrbare Instrumente für besonders viel Lärm.
Der Ablauf
- Wann? Meist dreimal täglich (morgens, mittags und abends) sowie vor den Gottesdiensten an Karfreitag und Karsamstag.
- Wer? Traditionell ziehen Gruppen von Kindern (oft die Messdiener) durch die Straßen.
- Die Sprüche: Oft werden dazu Verse gerufen, wie etwa: „Wir klappern, wir klappern das Mittagessen ein!“ oder „Das ist der englische Gruß, den jeder Christ beten muss.“
Und in Langsur was rufen die Kinder?
Morgens und abends: Et klappert Betglock
Mittags: Et klappert Mittisch
Um 4.00 Uhr nachts: Raus, raus zum Helligen Grab, Et klappert Betglock.
Die Belohnung: Das „Sammeln“
Am Karsamstag ziehen die Kinder von Haus zu Haus und bitten um eine Gabe für ihren Dienst. Früher waren das vor allem Eier, heute gibt es meist Süßigkeiten oder Geld.
Ein kleiner Funfact: Da die Glocken ja „weg“ sind, herrscht in den Dörfern eine ganz eigene, fast mystische Stille, die nur durch das rhythmische Holzgeklapper unterbrochen wird. Das macht die Karwoche in diesen Regionen sehr besonders.
