Von der Errichtung bis zum Austrocknen
Den Fischerclub Langsur gibt es seit 1947 und damit inzwischen seit fast 80 Jahren. Die ersten Jahrzehnte war quasi nur die Sauer bei Langsur das eigene „Vereinsgewässer“. Dies hat sich geändert, als Anfang der 80er-Jahre die damaligen Aktiven des Vereins, von denen viele inzwischen leider nicht mehr unter uns weilen, manche aber noch heute aktiv sind, auf einem Flurstück der „Bann de Langsur“ (in der Gemeinde Mertert - nahe der Autobahnauffahrt), das Potenzial für einen künstlichen Angelweiher gesehen haben.
Hilfreich waren dabei die Tatsache, dass die dortigen Felder noch bis heute im Besitz Langsurer Landwirte sind und eine natürliche Quelle einen steten Wasserzufluss liefert. Der damals mit viel ehrenamtlichem Arbeitseinsatz und kreativen Lösungen (als Unterstand und Grillhütte dient die damals ausrangierte Buswartehalle) angelegte Weiher war ab da bis in die frühen 2010er-Jahre ein zentraler Ort des Vereinslebens, an dem insbesondere auch die jährlich stattfindenden Jugendfischen vielen Langsurer Kindern erstmals Kontakt zum Angeln vermittelt haben. Dazu kamen Weiherfeste, gemeinsame Grillen oder Jugendzeltlager.
Neben vielen gewünschten Fischarten wie Schleien, Rotaugen, oder Karpfen Oskar wurde die Fauna das Grundstücks zeitweise auch um zwei Schafe ergänzt, die als natürliche Rasenmäher fungiert haben. Zeitweise gab es auch unter den Anglern weniger populäre Einwohner, wie die ortsfremden und eingeschleppten Sonnenbarsche, die zwar bunt und schön anzusehen sind, allerdings als kleine Fische und Laichräuber einerseits weder den Teller füllen noch Spaß beim Angeln bringen und zusätzlich den Bestand der anderen Arten dezimiert haben, ohne selbst großartig eigene Fressfeinde zu haben. Insgesamt aber war der Weiher für rund drei Jahrzehnte ein ökologisch ausgewogenes und stabiles Gewässer mit einem schönen Fisch- und Pflanzenbestand.
Mit der Zeit haben jedoch jene Entwicklungen eingesetzt, mit denen stehende Gewässer generell und kleine Gewässer im Besonderen (der Weiher ist lediglich rund 35 Meter lang und 27 Meter breit) zu kämpfen haben: eine zunehmende Verlandung durch den Eintrag von Schlamm und sonstigen Sedimenten sowie ein immer stärkerer Bewuchs mit Schilf. Die zunehmende Dürre der letzten Jahre mit weniger natürlichem Zufluss und mehr Verdunstung hat diesen Prozess ebenso beschleunigt, wie die Tatsache, dass das Wurzelwerk der umstehenden Bäume die abdichtende Lehmschicht beschädigt hat. Die extreme Dürre des Jahres 2022 hat den Prozess enorm beschleunigt. Es war absehbar, dass der Weiher, der zu diesem Zeitpunkt schon einige Jahre nicht mehr zum Angeln genutzt wurde, zumindest soweit austrocknen würde, dass er den noch darin lebenden Fischen keine tragfähige Heimat mehr bieten könnte.
Auf die Schnelle wurden damals von einer Hand voll Vereinsmitglieder die letzten noch im Weiher lebenden Karpfen „evakuiert“, die in der Sauer eine neue nasse Unterkunft fanden. Kurz darauf ist der Weiher dann tatsächlich auch komplett ausgetrocknet (auch wegen des nicht mehr intakten Zulaufs) und das Schilf, das zuvor nur an einigen Uferstellen Schatten und Laichplätze gewährt hat, hat sich über die gesamte Fläche ausgebreitet.

Somit war der Weiher erstmals nicht mehr zu seinem eigentlichen Zweck nutzbar und eher noch ein Feuchtbiotop.

Damit einher ging naturgemäß eine sinkende Motivation, das gesamte Gelände in Schuss zu halten und es ist immer weiter zugewuchtert. Eigentlich war aber immer klar, dass ein eigenes Vereinsgewässer sinnvoll ist. Einerseits für geselliges Beisammensein und Jugendarbeit, andererseits aber auch, da wir in Langsur zwar nicht über einen Mangel an nahegelegenen Fließgewässern klagen können, stehende Gewässer, mit einem anderen Fischbestand, jedoch eher Mangelware sind. Ebenso war klar, dass irgendwann sicherlich auch ein Kipppunkt erreicht sein würde, ab dem der Weiher nicht mehr realistisch mit tragbaren Kosten saniert werden könnte. Also haben wir 2024 die Sanierung des Weihers begonnen.
Die laufende Weihersanierung
Chronologisch sind im Folgenden die Schritte dargestellt, in denen ab dem Jahr 2024 mit vielen 100 Stunden ehrenamtlicher Arbeitseinsätze die Sanierung des Weihers angegangen wurde. Neben regelmäßigem Mähen haben wir in dem Jahr begonnen, die zugewucherten Zäune, aber auch den Grillplatz und den Rest des Geländes von Hecken und Sträuchern peu à peu zu befreien und ebenfalls mit einer Kamera die Zu- und Abflüsse dahingehend zu untersuchen, wo es undichte Stellen oder Blockaden gibt und inwieweit die Rohre noch intakt sind.

Im Jahr 2025 haben wir die ersten kranken Bäume gefällt, welche umzukippen drohten oder einfach zu nah an den Weiher herangewachsenen sind. Um aber auch in Zukunft ein ansprechendes, geschütztes und schattiges Gelände zu haben, wurden parallel die ersten neuen Setzlinge eingepflanzt. Auch wurde der Gewässerzulauf zum Weiher so kanalisiert, dass das natürliche Quellwasser am Weiher vorbeifließt, sodass dieser (auch bei Starkregen) vollständig austrocken kann, um die geplanten Baggerarbeiten zu erleichtern.
Die bis dato arbeitsintensivste Zeit hat im Jahr 2026 begonnen. Im Juli haben wir mit zahlreichen fleißigen Helfern, auch von außerhalb des Vereins, die eigentliche Arbeit am Weiher selbst begonnen:
- Zunächst wurde mit einem Minibagger das Ablaufsystem („Mönch“) freigelegt und neu verputzt und abgedichtet. Dabei wurden auch Bierflaschen ans Tageslicht befördert, die die Gründerväter des Weihers sicherlich eher vergessen als bewusst versenkt haben.
- Am Wochenende darauf wurde zunächst mit einem Bagger das Schilf entfernt, von dem mehrere LKW- und Traktoranhänger abtransportiert werden mussten.
- Danach wurde das gesamte Sediment so ausgebaggert, dass die abdichtende Lehmschicht des Weihers jedoch nicht beschädigt wurde. Vier Traktoren und zwei LKW waren im Einsatz um schätzungsweise rund 700 Kubikmeter an Ablagerungen aus 30 Jahren „Natur“ wegzufahren.
- Parallel dazu wurde der Rest des Geländes wieder in Schuss gebracht: so etwa der Grillplatz und das Bushäuschen, das auch als Gerätelager und Unterstand fungiert.
- Im Anschluss blieb lediglich noch, den Wasserfluss wieder in das Becken zu leiten und auf den selten gewordenen Regen zu warten…

Unabhängig vom Regen hat sich zuvor jedoch schon gezeigt, dass eine der Hauptursachen für den immer wieder versiegenden oder abnehmenden Zufluss aus unserer eigentlich recht ergiebigen Quelle vor allem auch Wildschweine sind, die sich an verschiedenen Stellen immer wieder in den freifließenden Bereichen ausgiebig suhlen und damit bewirken, dass das Wasser eher die umliegenden Felder flutet, als den Weiher zu füllen. Daher muss auch regelmäßig der Zufluss in müßiger Schaufelarbeit neu kanalisiert werden. Ebenso hat sich gezeigt, das Schilf eine außerordentlich hartnäckige Pflanze ist und seit dem Ausbaggern im Juli 2026 musste bereits zwei Mal zu Arbeitseinsätzen zum Ausgraben neuer Triebe getrommelt werden, in der Hoffnung, das Unkraut irgendwann ganz klein zu kriegen. Gemäht werden muss sowieso immer, sodass die Zeit, bis wieder ausreichend Wasser im Weiher ist, nicht langweilig wird. Wie lange das dauert, hängt sicherlich davon ab, wie viel es in den nächsten Monaten regnen wird. Die Arbeiten bis zu diesem Punkt waren für einen kleinen Verein vergleichsweise kostspielig und ohnehin nur durch viele ehrenamtliche Helfer möglich, die teils ihre Traktoren und Anhänger kostenlos bereitgestellt werden, sowie namentlich auch die Firma Natursteinwerk Mesenich, über die wir LKWs und Bagger beziehen konnten und denen allen wir hier im Namen des Vorstands des Fischerclubs Langsur ausdrücklich danken.
Ohne diese Unterstützung wäre die Sanierung niemals möglich gewesen. Wenn alles gut läuft, kann aber in absehbarer Zukunft wieder ein neuer Fischbesatz im Weiher ausgesetzt werden und dieser im Anschluss wieder für vielfältige Veranstaltungen und vor allem unsere (Jugend-) Fischen genutzt werden. Die bisherigen Arbeiten haben unser Konto weitgehend geleert und Fischbesatz in ausreichender Menge wird die nächste kostenintensive Herausforderung.
Um dies möglichst bald angehen zu können werden wir bei all unseren nächsten öffentlichen Auftritten (z.B. DeuLux-Lauf, Nikolausmarkt) auch eine Spendendose bereithalten und freuen uns über jede finanzielle Unterstützung, die uns ermöglicht, in naher Zukunft wieder die früher regelmäßigen Fischen am eigenen Gewässer durchzuführen, die insbesondere auch für eine nachhaltige Jugendarbeit wichtig sind.
